NATURGESETZ PARTEI

Fachgruppe Gentechnik

Am Berg 13, 49143 Bissendorf
Verantw.: Traude Langer, Dipl. Chem.
http://www.naturgesetz.de

Risiko Gentechnik

Diese Zusammenstellung von "Pannen" der Gentechnologie enthält ausschließlich Fälle, die in seriösen Publikationen veröffentlicht wurden. Man muß jedoch davon ausgehen, daß die Zahl nicht veröffentlichter Fälle von unerwarteten Folgen gentechnischer Manipulationen ein Vielfaches beträgt. Denn es liegt nicht im Interesse wirtschaftsabhängiger Forschung, die Öffentlichkeit über deren Risiken und reale Gefahren zu informieren.
 
Unerwartete Folgen der Gentechnologie

Inhalts-Übersicht

Bei transgenen Pflanzen
    Veränderte Inhaltsstoffe der Gentech-Sojabohne
    Fütterungsversuche von Milchkühen mit Gentechnik-Soja
    Unerwartetes Auftreten einer giftigen Substanz
    Roundup-Ready Baumwolle
    Gentechnik-Mais
    Bollgard Baumwolle
    Bt-Raps
    Gentechnik-Kartoffeln
    Bt-Toxin
    Vermehrungsfähigkeit transgener Pflanzen
    Überwinterungsfähigkeit transgener Rapssamen

Bei gentechnisch erzeugten Proteinen
    Tödliche Nebenwirkungen des gentechnisch erzeugten L-Tryptophan
    Gentechnisch erzeugtes Rinderwachstumshormon
    Unerwartetes Auftreten einer abnormalen Aminosäure
    Unterzuckerungsschock durch Gentechnik-Insulin

Bei Mikroorganismen
    Lebensgefährliche Darmseuche durch mutierte Darmbakterien
    Mutierte Bakterien lösen Gedächtnisschwund aus
    Hochgefährlicher Erreger durch Laborversuche
    Unerwartetes Auftreten einer giftigen und erbgutschädigenden Substanz
    Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit durch gentechnisch verändertes Bakterium

Bei transgenen Tieren
    Das Riesenschwein
    Überraschungen bei Mäusen und Ratten

Beim Klonen

In der Medizin
 

Bei transgenen Pflanzen

Veränderte Inhaltsstoffe der Gentech-Sojabohne:
Das Biotech-Unternehmen Monsanto, USA, entwickelte eine neue Sorte von Sojabohnen, die sogenannte RR-Sojabohne, die gegen das Totalherbizid Roundup resistent ist. Untersuchungen der Gentechnik-Sojabohne zeigten, daß sich ihre Zusammensetzung gegenüber der herkömmlichen Sojabohne deutlich verändert hatte. Diese Veränderungen scheinen in keinerlei Zusammenhang mit der beabsichtigten Veränderung – ein zusätzliches Protein zur Herbizidresistenz – zu stehen. Unterschiede zeigten sich u.a. im Fettgehalt, in der Zusammensetzung des Fetts und in der Zusammensetzung des Lecithins sowie im Gehalt verschiedener Proteine (9-60facher Gehalt an Lectin). Die Abweichungen in der Zusammensetzung der Proteine betreffen ebenso das Öl aus genmanipuliertem Soja, da auch Öl einen nachweisbaren Anteil von Proteinen enthält. Weber, B.: Hintergrundpapier zu einigen Aspekten der glyphosatresistenten Sojabohne von Monsanto und den von Monsanto vorgelegten Antragsunterlagen zur Inverkehrbringung, Öko-Institut, Freiburg, (1997) S.12-17.

Fütterungsversuche von Milchkühen mit Gentechnik-Soja:
RR-Soja von Monsanto wurde in Fütterungsversuchen mit herkömmlicher Soja verglichen. Es zeigten sich unerwartete Auswirkungen: Die mit RR-Soja gefütterten Kühe produzierten Milch mit einem signifikant höherem Fettgehalt als die beiden Kontrollgruppen, die mit gentechnikfreiem Soja gefüttert wurden. Der Unterschied im Milchfettgehalt betrug 7,0%.
Journal of Nutrition, Vol.126: 725.

Unerwartetes Auftreten einer giftigen Substanz:
Bei der gentechnischen Veränderung einer Tabakpflanze zur Produktion von g-Linolensäure trat unerwarteter Weise eine toxische Substanz, Octadekatetraensäure, auf.
Reddy, S.A., Thomas, T.L. Nature Biotechnology, Vol. 14 (1996): 639-642.

Roundup-Ready Baumwolle:
Im Ministerium für Landwirtschaft und Handel, Mississippi, USA, gingen im August 1997 von mehreren Landwirten Beschwerden ein, weil die gentechnisch herbizidresistente RR-Baumwolle in einigen Gebieten Wachstumsstörungen zeigte. Die Samenkapseln waren mißgestaltet und fielen dann verfrüht von der Pflanze ab. Baumwolle konnte von diesen Pflanzen nicht geerntet werden. Dieselben Probleme traten gleichzeitig in Arkansas, Tennessee und Louisiana auf und betrafen schätzungsweise 10% der gentechnisch veränderten Baumwolle.
Jackson: "Mississippi Investigating Monsanto’s Cotton", Memphis Commercial Appeal, 18.08.97.
Lappe, M. and Bailey, B.: Genetically Engineered Cotton in Jeorpardy, Center for Ethics and Toxics, 10. Sept. 1997.

Gentechnik-Mais:
US-Farmer, die in diesem Jahr den insektenresistenten Bt-Mais anbauten und davon ausgingen, daß er nicht gegen den Fraß des Europäischen Maisbohrers gespritzt zu werden braucht, mußten feststellen, daß die versprochene Insektenresistenz der Pflanze noch nicht einmal eine Saison lang andauerte. Obwohl die Landwirte aufgrund der Versprechungen der Gentech-Saatgutfirmen einen höheren Preis für das Saatgut zahlten, mußten sie trotzdem noch Geld und Arbeitszeit für die Insektenbekämpfung aufwenden.
Alive: Canadian Journal of Health and Nutrition, Juli 1997.

Bollgard Baumwolle:
Schon bald nach der Aussaat im Frühjahr 1996 wurde die Baumwolle Bollgard mit gentechnischer Resistenz gegen den Baumwollkapselwurm von eben diesem Schädling vernichtet. Mehr als 1% der Flächen, auf der die neuartige Baumwolle der Firma Monsanto, USA, angebaut worden war, fielen dem Schädling zum Opfer.
Focus, 34, 1996.

Bt-Raps:
Wissenschaftler entdeckten, daß Raps mit gentechnischer Insektenresistenz auch nützliche Insekten wie Bienen schädigt. Das in den Pflanzen erzeugte Insektengift beeinträchtigt die Fähigkeit der Bienen, den Geruch der Blüten zu erkennen, und verkürzt deren Lebensdauer.
Crabb, Charlene: "Sting in the tale for bees", New Scientist, 16. August 1997.

Gentechnik-Kartoffeln:
Das schottische Wissenschaftlerteam unter Nick Birch vom "Crop Research Institute" in Dundee fand heraus, daß weibliche Marienkäfer, die Blattläuse von gentechnisch veränderten Kartoffeln fraßen, weniger Eier legten und nur halb so lange lebten wie der Durchschnitt ihrer Artgenossen. Die Forscher testeten eine Kartoffelsorte, die durch Genmanipulation gegen Blattläuse resistent war. Zusätzlich stellten sie fest, daß die gentechnische Insektenresistenz nur 50% der Blattläuse vernichtete.
London Times, 22. Oktober 1997.

Bt-Toxin:
Angelika Hilbeck und Franz Bigler, Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt, ETH, Zürich-Reckenholz, stellten fest, daß Nutzinsekten, die ihrerseits Insektenfresser sind, absterben, wenn sie Schadinsekten fressen, die durch Pflanzen mit gentechnischer Insektenresistenz (Bt-Toxin) vergiftet wurden.

Vermehrungsfähigkeit transgener Pflanzen:
Die Erforschung der Vermehrungsfähigkeit transgener Pflanzen, die gegen das Pestizid Chlorsulfuron resistent waren, ergab, daß die Pflanzen mit künstlich eingeschleustem Gen 34% weniger Samen erzeugten als ihre natürlichen Entsprechungen. Lopez-Gutierrez, Bergelson, Purrington, and Palm; 1996. Costs of resistance: a test using transgenic Arabidopsis thaliana. Proc. Royal Soc. Lond. B263:1659-1663.

Überwinterungsfähigkeit transgener Rapssamen:
Die Untersuchung der Überwinterungsfähigkeit von Rapssamen, die gentechnisch gegen das Herbizid Glufosinat resistent waren, ergab im Vergleich, daß herkömmlicher Samen eine 7mal bessere Überwinterungsfähigkeit zeigt als Gentechniksamen. (2% der nicht gentechnisch veränderten Samen überwinterte; von den transgenen Samen überwinterten nur 0,3%.)
Crawley, Hails, Rees, Kohn. Burial and seed survival in Brassica napus subsp. oleifera and Sinapis arvensis including a comparison of transgenic and nontransgenic lines of the crop. Proc. Royal Soc. Lond. B264 (1997): 1-7.

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 Bei gentechnisch erzeugten Proteinen

Alle in irgendeinem Lebewesen erzeugten Proteine, wie Enzyme oder Hormone, und Aminosäuren lassen sich prinzipiell gentechnologisch gewinnen. Dies ist mit Hilfe von Bakterien, Pflanzen oder Tieren als Gastorganismus möglich. Die einzelnen Schritte zur Synthese des gewünschten Proteins werden durch das entsprechende eingepflanzte artfremde Gen gesteuert und sind in jedem Organismus im wesentlichen dieselben; die Molekülbausteine werden in jedem Lebewesen in derselben Reihenfolge aneinandergefügt. In den letzten Schritten können bei der Proteinsynthese jedoch gravierende Abweichungen auftreten. Bestimmte Molekülteile werden in einer anderen räumlichen Anordnung zusammengefügt als dies natürlicherweise der Fall ist. Das gentechnisch erzeugte Protein ist dann dem "Original" chemisch gesehen gleichwertig, weist jedoch Abweichungen in seiner geometrischen Gesamtstruktur auf. Die scheinbar geringfügigen Unterschiede in der Struktur dieser komplizierten Moleküle können unvorhersehbare, schwer gesundheitsschädigende Folgen haben. Es liegen bereits alarmierende Erfahrungen vor.

Tödliche Nebenwirkungen des gentechnisch erzeugten L-Tryptophan:
Das japanische Unternehmen Showa Denko nahm an einem Bakterium gentechnische Veränderungen zur effektiveren Produktion der Aminosäure L-Tryptophan vor. Die gentechnische Manipulation hat den Stoffwechsel des Bakteriums dermaßen stark beeinflußt, daß die erzeugte Menge an Tryptophan um ein Vielfaches anstieg. Das neuartige Bakterium wurde für die kommerzielle Produktion von L-Tryptophan eingesetzt und dieses Gentechnik-Produkt in den USA als Nahrungsmittelergänzung vermarktet.

Innerhalb von zwei Monaten nach der Einführung des gentechnisch erzeugten Tryptophan starben 37 Menschen und 1500 erlitten lebenslängliche Behinderungen.

Als Ursache wurde eindeutig die Einnahme des gentechnisch erzeugten Tryptophan festgestellt; dieses enthielt geringe Spuren eines toxischen Nebenproduktes. Die Verunreinigung war sogar hochgiftig, denn die Tryptophan-Zubereitung enthielt mehr als 98,5% Tryptophan; das bedeutet, daß in einem Gramm der Zubereitung weniger als 0,015g (15 Milligramm) Fremdsubstanz enthalten war. Die toxische Verunreinigung wurde im Nachhinein identifiziert. Aufgrund fundamentaler chemischer und biochemischer Kenntnisse, haben die Wissenschaftler gefolgert, daß diese giftige Verbindung im Bakterium selbst erzeugt wurde. Die Tryptophan-Konzentration im Mikroorganismus hatte so hohe Werte erreicht, daß das Tryptophan selber – oder Vorstufen davon – Nebenreaktionen einging, die zu dem toxischen Endprodukt führten.

Von Showa Denko und anderen Befürwortern der Gentechnologie wird der ursächliche Zusammenhang zwischen der gentechnischen Manipulation und den tödlichen Auswirkungen der Zubereitung bestritten. Man führt das Desaster auf ein vereinfachtes Reinigungsverfahren der Charge zurück, von der die tödliche Wirkung ausging. Ein seltsames Gefühl beschleicht einen jedoch, wenn man erfährt, daß der Hersteller sämtliche Stämme der gentechnisch veränderten Bakterien vernichtet hatte, noch bevor eingehende Untersuchungen durchgeführt wurden. Das entscheidende Experiment, um die wahre Ursache stichhaltig zu beweisen, kann daher heute nicht mehr stattfinden. Abgesehen von den logischen Schlußfolgerungen aufgrund wissenschaftlicher Kenntnisse, gibt es zwei weitere Argumente, die die Gentechnik für den Unfall verantwortlich machen: Erstens gibt es keine Anzeichen dafür, daß die nicht genmanipulierten Mutterbakterien dieses Gift herstellen. Zweitens ist noch niemals bei anderen Herstellern, die Tryptophan mit natürlichen Bakterien produzieren, ein toxisches Produkt aufgetreten, obwohl es wahrscheinlich ist, daß auch hier, wie praktisch immer bei großtechnischen Verfahren, die Reinigungsprozedur von Zeit zu Zeit beschnitten wurde. Der Schluß, daß ausschließlich die gentechnische Manipulation Ursache für das Auftreten der giftigen Substanz war, ist daher praktisch zwingend.
Mayeno, A.N., Gleich G.J. TIBTECH 12 (1994): 364.
Nordlee, J.A. et al. The New England Journal of Medicine (1996): 688.
Fagan, John B.: Assessing the Safety and Nutritional Quality of Genetically Engineered Foods, MUM, Fairfield, Iowa, 52557-1078, USA, 1997.

Gentechnisch erzeugtes Rinderwachstumshormon:
Das gentechnisch erzeugte Rinderwachstumshormon rBST wird in USA an Kühe zur Steigerung der Milchleistung verfüttert. Die Milchproduktion der Kühe erhöht sich dadurch wie gewünscht, jedoch leiden diese Tiere an den unterschiedlichsten Krankheiten, insbesondere Stoffwechselentgleisungen, Euterentzündungen und Fruchtbarkeitsstörungen. Ferner sind bei mit rBST gefütterten Kühen gehäuft Kälber mit Mißbildungen beobachtet worden. Die Milch dieser Kühe enthält zudem erhöhte Mengen von weißen Blutkörperchen und von Schadstoffen, wie die zugefütterten Hormone. Unveröffentlichte Studien der Hersteller zeigten auch ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs durch Milch von mit rBST gefütterten Kühen1. Untersuchungen des französischen Instituts National de la Recherche Agronomique konnten nachweisen, daß das gentechnisch erzeugte Wachstumshormon in die Regulierung des Immunsystems eingreift.2
1. Fagan, John B.: Genetic Engineering: The Hazards—Vedic Engineering: The Solutions, MIU Press, Fairfield, Iowa, USA, 1995.
2. Breyer, Hiltrud: Presseinformation die Grünen im Europaparlament, Zürich, 14.11.94.

Unerwartetes Auftreten einer abnormalen Aminosäure:
Bei der Erzeugung des Rinderwachstumshomons rBST mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien entstand im Entwicklungsstadium des Produkts eine abnormale Aminosäure (e-N-Acetyllysin an der Position #144 des Somatotropins). Dieser Fehler trat beim Ablesen der Erbinformation an der DNA im Bakterium auf. Die amerikanische Food and Drug Administration gab die Vermarktungsgenehmigung für diese "Fehlproduktion". (Das heute in USA verkaufte rBST enthält die abnormale Aminosäure jedoch nicht mehr.)
Violand, B.N. et al. Protein Science, 3 (1994): 1089-97.

Unterzuckerungsschock durch Gentechnik-Insulin:
Das erste Medikament, das gentechnisch mittels Bakterien erzeugt wurde, war Insulin, "r-Humaninsulin". Bei der Einnahme von tierischem Insulin kommt es in vielen Fällen zu Allergien oder Immunreaktionen. Trotz gegenteiliger Behauptungen seitens der Pharmaindustrie bewirkt jedoch auch das Humaninsulin die Entwicklung von Antikörpern.1 Schlimmer jedoch sind die Störungen der Wahrnehmung von Hypoglykämien bei insulinabhängigen Diabetikern, die sich mit der Umstellung auf Humaninsulin eingestellt haben. M. Egger und A. Teuscher vom Universitätsspital in Bern fanden heraus, daß Diabetiker unter Humaninsulin einem dreifach höherem Risiko ausgesetzt sind, wegen einer Hypoglykämie eingeliefert zu werden als unter einer Behandlung mit tierischem Insulin.2 In Großbritannien haben sich wegen dieser Gesundheitsgefährdung durch Humaninsulin 500 Diabetiker zusammengeschlossen und gegen die Hersteller Klage erhoben.

In Deutschland wies das Bundesgesundheitsamt die Hersteller nach jahrelangen Diskussionen an, auf dem Beipackzettel vor der erhöhten Gefahr solcher unbemerkten Hypoglykämien zu warnen.3
1. Dt. Ärzteblatt 84, Heft 5 und Dt. Ärzteblatt 85, Heft 10.
2. Egger, Michael: Humaninsulin, Neue Gesichtspunkte zur Therapie, Der Informierte Arzt - Gazette Médicale, 19-90, IMP Kommunikation AG, Basel.
3. Bescheid des BGA an die Firmen Eli Lilly, Hoechst, Nordisk Gentofte und Novo-Industrie vom 26.7.88.

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 Bei Mikroorganismen

In der Gentechnologie wird in großem Maßstab das Bakterium Escherichia coli zur Erzeugung kommerziell verwerteter Enzyme und anderer Proteine verwendet. Da dieser Mikroorganismus als "Nutzbakterium" den menschlichen Darm besiedelt, besteht die Gefahr, daß der Nahrung anhaftende, gentechnisch veränderte Escherichia coli in den Darm gelangen, sich dort vermehren und die Darmflora stören.

Lebensgefährliche Darmseuche durch mutierte Darmbakterien:
Eine seit 1982 zuerst in USA und seit 1990 auch in Japan grassierende lebensgefährliche Darmseuche, von der in erster Linie Kinder betroffen sind, wurde durch das Colibakterium "0-157" ausgelöst. Man fand heraus, daß es durch eine Veränderung seines Erbguts zum lebensgefährlichen Krankheitserreger mutiert war. Auch in Deutschland forderte diese Krankheit bereits 7 Menschenleben. Das Stoffwechselgift des Bakteriums zerstört rote und weiße Blutkörperchen und führt zu Symptomen wie Lethargie, Nierenversagen, Darmbluten, Hirnstörungen und epilepsieähnlichen Anfällen. Nach offiziellen Schätzungen erkranken in der Bundesrepublik jährlich 800 Personen an der Infektion durch dieses ursprünglich nützliche Darmbakterium.
Der Spiegel, 30/1996 und 37/1997.

Mutierte Bakterien lösen Gedächtnisschwund aus:
An der Ostküste der USA hat sich ein Bakterium massenhaft vermehrt, das geradezu grauenhafte Wirkungen zeigt. Der Mikroorganismus, eine Varietät von Pfiesteria piscicida, scheidet ein Gift aus, das Fische betäubt und erzeugt dann anschließend ein Enzym, welches das Fleisch der Fische zersetzt. Dieser Einzeller hat bereits Milliarden von Fischen an der Küste von North Carolina getötet und es besteht kein Zweifel, daß er auch für Menschen hoch pathogen ist. Forscher der staatlichen Universitäten von Maryland und North Carolina stellten fest, daß Personen, die intensiv mit Wasser Kontakt haben, in dem sich infizierte Fische aufhalten, gravierende Symptome zeigen. Neben Hautausschlag und krankhaften Gewebeveränderungen leiden diese Personen an totalem Gedächtnisschwund.
Fox, Maggie: Cell from Hell, Reuter, Washington, 24.9.1997.

Hochgefährlicher Erreger durch Laborversuche:
Schwedische Wissenschaftler hatten in dem Krankheitserreger Yersinia pseudotuberculosis zwei Gene abgeschaltet, die im Infektionszyklus dieses Bakteriums eine wichtige Rolle spielen. Die Forscher erwarteten dadurch eine geschwächte Infektionsfähigkeit des Bakteriums. Zu ihrer Überraschung stellte sich jedoch heraus, daß der entstandene Mikroorganismus eine drastische Zunahme seiner Pathogenität zeigte. Im Tierversuch erwies er sich als ähnlich gefährlich wie der Erreger der Pest, Yersinia pestis.
Rosqvist, R. et al. "Increased Virulence of Yersinia pseudotuberculosis by Two Independent Mutations", Nature 334 (1988): 522.

Unerwartetes Auftreten einer giftigen und erbgutschädigenden Substanz:
Bei der gentechnischen Veränderung einer Hefe, durch welche deren Fermentationsgeschwindigkeit erhöht werden sollte, entstand unerwartet das toxische und mutagene Stoffwechselprodukt, Methylglyoxal.
Inose, T. u. Murata, K.: Int. Food Science Tech. 30 (1995): 141-146.

Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit durch gentechnisch verändertes Bakterium:
Klebsiella planticola, ein Bodenbakterium, wurde gentechnisch verändert, um mit seiner Hilfe Ethanol (Alkohol) aus forst- und landwirtschaftlichen Abfällen zu erzeugen. Die pflanzlichen Rückstände nach der Vergärung sollten auf die Felder als Kompost ausgebracht werden. Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten großflächigen Einsatz dieses Verfahrens, hatten Forscher in Laborversuchen festgestellt, daß das gentechnisch veränderte Bakterium den Boden vergiftet. Weizen, der auf diesem Boden ausgesät wurde, keimte zwar, aber die jungen Pflanzen verwelkten und starben ab.
Holms, M. T., Ingham E. R.: The effects of genetically engineered microorganisms on soil foodwebs. Bulletin of the Ecological Society of America (Supplement), 75 (1994): 97.
Hill, R. L.: OSU study finds genetic altering of bacterium upsets natural order. The Oregonian, 8. August 1994.

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 Bei transgenen Tieren

Das Riesenschwein:
Wissenschaftler des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wollten Schweine durch Genmanipulation mit menschlichen Wachstumsgenen ausstatten. Von 8000 Schweineembryonen, denen dieses menschliche Gen injiziert wurde, erhielten sie ein einziges Exemplar, welches das menschliche Wachstumshormon tatsächlich produzierte.1

Das erfolgreich aufgezogene Exemplar wurde merklich größer als seine Artgenossen und wuchs schneller heran. Zusätzlich zu dieser gezielten Veränderung hatte der gentechnische Eingriff massive Störungen im gesamten Stoffwechsel des Tieres zur Folge. Das transgene Schwein schielt, lahmt, ist lethargisch, hat einen unkoordinierten Gang und eine verdickte Haut. Es leidet an Magengeschwüren, Arthritis, Nieren- und Herzkrankheiten und Lungenentzündung.2
1. Alive: Canadian Journal of Health and Nutrition, November 1997
2. Breyer, Hiltrud: morgen, Materialien zur Gentechnologie, 1996.

Überraschungen bei Mäusen und Ratten:
Bei einer Blockierung des Mäuse-Gens für die reguläre Produktion des Wachstumsfaktors "alpha" erwartete man schwere Fehlbildungen der Nachkommen. Doch diese bekamen lediglich ein krauses Fell und gelockte Barthaare. Bei anderen genetisch manipulierten Mäusen mutierten die übertragenen Gene nachweislich zu Krebsgenen.

Bei der "Connexin-knockout-Maus" wurde das Gen für die Herstellung des zellverbindenden Proteins Connexin blockiert, also außer Funktion gesetzt. Man rechnete mit schweren Mißbildungen bereits im Embryonalstadium. Diese traten nicht auf, dafür aber Gefäßwucherungen in den Lungenarterien.

Bei Ratten schleuste man ein für Gelenkentzündungen codierendes menschliches Gen ein. Die Ratten bekamen Entzündungen des Herzmuskels und des Magen-Darm-Trakts, Hoden-Atrophien und wurden zeugungsunfähig, zudem wiesen sie Klauenmißbildungen auf.

In einer anderen Versuchsreihe wurden Mäusen menschliche Gene zum Induzieren von Gehirntumoren eingesetzt. Die Mäuse entwickelten jedoch keine Tumore im Gehirn sondern in der Bauchspeicheldrüse.
Zitiert nach Werner Hartinger: Dichtung und Wahrheit in der Gentechnologie, 1. März 1997.
Stone, A.: Connexin knockout provides a link to heart defects, Science 267 (1995): 1773.
Freudling, G.: Knock-out-Mäuse und Rheuma-Ratten, GID 95 (1994): 13-16.
Langley, G.: Genetic engineering of laboratory animals—causes of suffering. Coalition to End Animal Experiments, Barcelona, Referat am 2.6.1995.
Hammer, R. et al.: Spontaneous inflammatory disease in transgenic rats expressing HLA-B27 and human ß2m: an animal model of HLA-B27-associated human disorders, Cell 63 (1990): 1099-1112.
Murphy, D. et al.: Mice transgenic for a Vasopressin - SV 40 hybrid oncogene develop tumors of the endocrine pancreas and the anterior pituitary. American Journal Pathology 129 (1987): 552-566.
Brinster, R. et al.: Transgenic mice harboring SV40 T-antigen genes develop characteristic brain tumors, Cell 37 (1984): 367-379.

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 Beim Klonen

In jüngster Zeit sind im Zusammenhang mit der Reproduktionsmethode des Klonens erschreckende Fakten über das Auftreten von Fehl- und Mißgeburten an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Molekulargenetiker benutzen diese Methode, die keine Gentechnik im engeren Sinne einschließt, um Nachkommen zu erhalten, deren Erbgut mit dem des Muttertiers vollkommen identisch ist.

Dr. Wilmott, der das Klonschaf Dolly geschaffen hat, berichtete, daß von 277 Klonversuchen nur einer erfolgreich verlief. In USA werden bereits seit geraumer Zeit Rinder geklont, um Milchkühe mit Spitzenleistungen und ideale Steakrinder zu züchten. Die berichtete Erfolgsquote bewegt sich ebenfalls im Promillebereich.1

Auch treten in den Klonlabors immer wieder unerklärliche Probleme auf, welche die Forscher vor unlösbare Rätsel stellen. Alle Forschergruppen berichten über eine extrem hohe Abortrate und über ein übermäßiges Größenwachstum der Föten; 20% der geklonten Tiere werden mit weit überdurchschnittlicher Größe geboren, 5% werden von den Wissenschaftlern als monsterartige Mißgeburten bezeichnet, da sie das Doppelte des üblichen Geburtsgewichts haben.2 Teilweise ist die Größenzunahme so stark, daß Muttertier und Nachkommen gefährdet sind. Dr. Wilmut macht die Technik des Klonens dafür verantwortlich, daß in einigen Fällen die Größe bis zum Doppelten anwächst.5

Viele geklonte Föten weisen genetische Veränderungen auf, die ihre Entwicklung beeinträchtigen.3 Ian Wilmut: "Aber in kürzlichen Studien zeigte sich, daß Dolly’s Chromosomen feine strukturelle Veränderungen erfuhren, die man üblicherweise nur in den Zellen alter Tiere findet."4

1. Murray, James D.: Conference on Transgenic Animals in Agriculture, 1997, University of California, Davis, USA.
2. London Sunday Times, 27. Juli 1997.
3. Internationales Treffen über Klonen von Säugetieren in Arlington, Va, USA.
4. Washington - Charlotte Observer, 2. Juli 1997.
5. London Sunday Times, 27. Juli 1997.   

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  In der Medizin

Bei Erfolgsberichten über gentherapeutische Versuche handelt es sich mehr um spekulative Visionen und Wunschvorstellungen als um klinische Realität. Dies zeigt beispielhaft das Forschungsprojekt des National Health Institute, USA, bei dem Patienten behandelt wurden, die an dem seltenen Adenosin-Desaminase Mangel (ADA-Produktionsdefekt) leiden.

Bei dieser Erbkrankheit fehlt ein wichtiges Enzym, das für die Bildung weißer Blutkörperchen notwendig ist. Die weißen Blutkörperchen sterben ab und die Immunabwehr des Patienten bricht zusammen. 1990 wurden von den Forschern Blaes und Anderson zwei Mädchen, die an dieser Erbkrankheit leiden, mit Gewebegentherapie an weißen Blutkörperchen behandelt. Die Substitutionstherapie mit Adenosin-Desaminase wurde zusätzlich fortgesetzt. Der Zustand der beiden Patientinnen war nach Beginn der Gentherapie weder besser noch schlechter als der von denjenigen Patienten, die alleine mit der Substitutionstherapie behandelt wurden. Trotzdem wurde diese Studie der Öffentlichkeit spektakulär als klinisch erfolgreicher Therapieansatz vorgestellt und seitdem gilt dieses Experiment als der Beginn der Gewebegentherapie in der Welt.
Hartinger, Werner: Gentechnologie, vom Tierexperiment zum Menschenversuch; Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" e.V., Sept. 1995.

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