Gesundheitsrisiken von Gentech-Nahrung

US-Anwalt enthüllt: Amerikanische Regierung täuscht die Welt
über Gesundheitsrisiken von Gentech-Nahrung

Veröffentlichung interner Akten der amerikanischen Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente (FDA) deckt auf, wie die Warnungen von FDA-Wissenschaftlern verheimlicht und Fakten falsch dargestellt wurden, um der Biotech-Industrie zu nützen

Fehlverhalten der Regierung durch Rechtsstreit aufgedeckt

Der amerikanische Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Steven M. Druker reist im April durch Europa. Er wird darüber informieren, wie durch interne Akten der amerikanischen Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente ersichtlich wurde, dass diese die Welt seit fast einem Jahrzehnt über die Risiken gentechnisch veränderter (gtv.) Lebensmittel getäuscht hat. Dr. Druker erhielt Kopien dieser internen Akten (mehr als 44.000 Seiten), da er im Mai 1998 Klage gegen die Behörde eingereicht hatte. Er will damit obligatorische Sicherheitsuntersuchungen sowie die Kennzeichnung aller gtv. Lebensmittel durchsetzen. Dr. Druker ist der geschäftsführende Direktor der Alliance for Bio-Integrity, einer gemeinnützigen Organisation, die der Hauptkläger in dem Rechtsstreit ist. Bei der Vorbereitung des Prozesses vereinigte er eine große Zahl hervorragender Bio-Wissenschaftler und religiöser Führer in einer Gemeinschaftsklage.

FDA-Experten protestierten gegen Gleichsetzung von Gentechnik und konventioneller Züchtung

Die FDA gibt zu, dass sie unter der Direktive arbeitet, die US-Biotech-Industrie zu fördern. Unter dieser Direktive wurde die FDA angewiesen ihre Richtlinien auf der Prämisse zu gründen, gtv. Lebensmittel unterschieden sich im wesentlichen nicht von anderen. Der Versuch der Behörde, auf dieser Prämisse basierende Richtlinien zu entwickeln, traf jedoch auf den starken Widerstand ihrer eigenen Wissenschaftler. Diese warnten immer wieder vor den spezifischen Risiken gentechnischer Züchtungen. Schriftliche Mitteilungen vieler FDA-Experten stellten die wissenschaftlich anerkannte Tatsache heraus, dass sich durch Gentechnik die biochemischen Reaktionswege im gesamten Organismus verändern und unerwartete Toxine und Allergene in unbekannten Mengen erzeugt werden.

Folglich warnten sie, ein gentechnisch erzeugtes Lebensmittel könne nicht als unbedenklich angesehen werden, bevor es strenge Sicherheitsuntersuchungen durchlaufen hat. (Eine Reihe dieser schriftlichen Mitteilungen finden Sie auf der Website der Alliance: www.biointegrity.org )

Falschdarstellung von Fakten, um Lebensmittel zu vermarkten

Die FDA ignorierte diese Aussagen jedoch und stellte die offizielle Richtlinie auf, gentechnisch veränderte Lebensmittel seien so unbedenklich wie konventionelle und erforderten daher keine Sicherheitsuntersuchungen. Darüber hinaus verheimlichte die FDA Aussagen ihrer eigenen Experten und behauptete, es gebe keinerlei Hinweise, dass gtv. Lebensmittel sich von anderen unterschieden. Ferner erteilte die FDA die Marktzulassung für die erste von ihr überprüfte gtv. Gemüsesorte und erklärte deren Unbedenklichkeit, obwohl FDA-Wissenschaftler ausdrücklich darauf hingewiesen hatten, dass Laboruntersuchungen erhebliche Gesundheitsrisiken aufzeigten.

Mängel aller derzeitigen Zulassungssysteme aufgedeckt

Dr. Druker wird die Einzelheiten dieser Vertuschungen durch die US-Regierung darstellen. Insbesondere wird er darauf eingehen, dass die FDA-Wissenschaftler in ihren Stellungnahmen auf die Schwäche des Konzepts der "wesentlichen Gleichwertigkeit" und auf die Mängel der darauf beruhenden Sicherheitsuntersuchungen hingewiesen hatten. Der Marktzulassung gtv. Lebensmittel in der EU liegt die gleiche Logik zugrunde und sie stützt sich auf die offiziellen Aussagen der FDA.

Man geht in weiten Kreisen davon aus, die Anwesenheit von RA Druker bei der UN BioSafety Konferenz in Montreal im Januar 2000 habe wesentlich dazu beigetragen, dass die US-Delegation die Annahme des Protokolls zum Vorbeugeprinzip nicht weiter blockieren konnte. Dr. Drukers Besuch in Großbritannien fand ein breites Presse-Echo und scheint der Anlass für Premierminister Blairs Aussage gewesen zu sein, man müsse die Gesundheitsrisiken durch gtv. Lebensmittel anerkennen – eine dramatische Wende in Blairs lang gehaltener Position gtv. Lebensmittel stellten kein Gesundheitsrisiko dar.


Präsentation zum FDA-Meeting

Steven M. Druker - Kurzbiographie

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